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Erektionsstörungen

Was passiert bei einer normalen Erektion?
Wann hat man eine Erektionsstörung?
Welche Ursachen können Erektionsstörungen haben?
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?


Was passiert bei einer normalen Erektion?


Eine normale Erektion erfordert ein fein abgestimmtes Zusammenspiel zwischen seelischen Faktoren und körperlichen Voraussetzungen wie funktionsfähigen Blutgefäßen, unbeeinträchtigten Nervenbahnen und männlichen Hormonen. Am Beginn einer Erektion steht die erotische Erregung, ausgelöst durch Sinnesreize oder die Fantasie. Über verschiedene Nervenbahnen werden Impulse in die Beckenregion übertragen, die zusammen mit sogenannten Botenstoffen schließlich zu einer Erektion führen.

Längsdarstellung Penis

Querschnitt Penis

Erreicht wird dies dadurch, dass sich die Arterien des Glieds erweitern und einen erheblich vermehrten Blutfluss in das schwammartige Hohlraumsystem der Schwellkörper zulassen. Sind diese gefüllt, wird der Penis steif.

Ausschnitt Schwellkörper bei erschlafften Penis

Ausschnitt Schwellkörper bei erigiertem Penis

In diesem Zustand enthält das Glied wesentlich mehr Blut als in erschlaffter Form. Ein venöser Abfluss des Blutes aus den Schwellkörpern wird dadurch verhindert, dass der entstandene Druck die Abflussgefäße (Venen) einengt. Das Hohlraumsystem besteht überwiegend aus unwillkürlicher Muskulatur. Beim Nachlassen sexueller Stimulation oder nach erfolgtem Samenerguss zieht sich die Muskulatur zusammen und das Blut kann aus den Schwellkörpern abströmen. Das Glied erschlafft wieder.

 


Wann hat man eine Erektionsstörung?


Eine Erektionsstörung (Erektile Dysfunktion) liegt dann vor, wenn eine anhaltende Unfähigkeit besteht, eine ausreichende Erektion des Penis für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr zu erreichen oder aufrechtzuerhalten.

Erektionsstörungen können in jedem Lebensalter vorkommen, sind aber hauptsächlich in der 2. Lebenshälfte anzutreffen. Statistischen Erhebungen zufolge ist etwa die Hälfte aller Männer zwischen 40 und 70 Jahren von diesem Problem gelegentlich oder ständig betroffen.

 


Erektionsstörungen: Welche Ursachen können sie haben?


Es existiert eine Vielzahl möglicher Ursachen für Erektionsstörungen. Dabei spielen psychische und organische Faktoren eine auslösende Rolle, welche sich meistens überschneiden oder gegenseitig bedingen. Bestehen beispielsweise körperliche Ursachen, die einige Male eine Erektion verhinderten, entsteht ein psychischer „Leistungsdruck“ eine Erektion zu erlangen, der wiederum zu einer weiteren Beeinträchtigung der erektilen Funktion führen wird. Primär psychische Ursachen liegen vor, wenn nach eingehender Untersuchung organische Ursachen für eine Erektionsstörung ausgeschlossen werden konnten. Dabei können Partnerschaftsprobleme, beruflicher Stress aber auch Versagensängste eine wichtige Rolle spielen, um nur einige wenige Ursachen zu nennen.

Zu den organischen Ursachen zählen vor allem Erkrankungen der Blutgefäße und Herz-Kreislauferkrankungen, wie z. B. die Arterienverkalkung (Arteriosklerose) und der Bluthochdruck. Stoffwechselerkrankungen wie die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder hormonelle Störungen können ebenfalls zu Erektionsstörungen führen. Seltenere Ursachen sind Verletzungen, Operationen im kleinen Becken sowie Rückenmarkserkrankungen.

Oft verkannt wird der negative Einfluss von übermäßigem Alkohol- und Nikotingenuss. Nicht zuletzt beeinträchtigen auch verschiedene Medikamente die normale Erektion. Besonders zu nennen sind hier bestimmte Blutdruckmedikamente, Diuretika (Wassertabletten), sowie Psychopharmaka, Hormone, Magensäureblocker sowie cholesterinsenkende Medikamente.

 


Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?


Wie bei anderen Erkrankungen muss sich auch bei Erektionsstörungen die Behandlung nach der zugrunde liegenden Ursache richten. Diese sollte im Rahmen einer sorgfältigen Untersuchung und Beratung durch den behandelnden Arzt festgestellt werden.

 


Die gängigen Behandlungsmethoden


Für die Therapie von Erektionsstörungen steht eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Verfügung, wie zum Beispiel:

  1. Ausschalten von Risikofaktoren, wie z. B. Alkohol, Drogen, bestimmte Medikamente
  2. Psychologische Unterstützung und Sexualberatung
  3. Medikamentöse Behandlung in Form von Tabletten, Injektionen in die Schwellkörper, lokale Anwendung von Substanzen in die Harnröhre
  4. Hormonelle Therapie
  5. Verwendung von Vakuumpumpen
  6. Penisprothesen und andere chirurgische Maßnahmen wie
    Gefäßoperationen

   


Medikamentöse Therapie mit Tabletten


Als Arzneimittel zur Behandlung von Erektionsstörungen stehen heutzutage verschiedene Präparate mit unterschiedlichen Wirkstoffen zur Verfügung. Medikamente, die als Tabletten zum Einnehmen verabreicht werden, stellen eine der einfachsten und diskretesten Behandlungsmöglichkeiten dar.
Für die Auswahl des am besten geeigneten Arzneimittels ist es wichtig, die genaue Ursache der Erektionsstörung festzustellen. Hierfür sollte unbedingt ein Arzt zu Rate gezogen werden. Er wird bei der Wahl der Behandlung auch die eventuell möglichen Neben- und Wechselwirkungen von Arzneimitteln abwägen.

 


Yohimbin


Als eine Substanz mit guter Verträglichkeit in der Behandlung von Erektionsstörungen gilt seit langem Yohimbin.

Yohimbin ist eine Substanz, die aus der Rinde des Yohimbé–Baums stammt, der in Zentralafrika beheimatet ist. Die Rinde des sog. „Potenzholzes“ wurde in der Stammesmedizin afrikanischer Völker traditionell zur Steigerung der Potenz und als sexuelles Erregungsmittel verwendet. Die Substanz wurde erstmals 1896 isoliert und wird in Europa seit mehr als einem Jahrhundert in der Behandlung von Störungen der Libido und Erektion eingesetzt. Seit Yohimbin als aktives Prinzip identifiziert wurde, konnte es als gereinigte und standardisierte Substanz und somit als Medikament zur Verfügung gestellt werden. Die Rinde des Yohimbé-Baums dient auch heute noch als Rohmaterial zur Produktion von Yohimbin als reine kristalline Substanz. Yohimbin ist seit vielen Jahren Objekt intensiver Untersuchungen und heute pharmakologisch gut charakterisiert. Es beeinflusst vor allem das zentrale Nervensystem, besitzt aber auch eine direkte Wirkung auf das Penisgewebe.

Die Effekte von Yohimbin in der Behandlung von Erektionsstörungen wurden in mehreren klinischen Studien untersucht. Die Wirksamkeit der Substanz konnte wissenschaftlich nachgewiesen werden. Am ausgeprägtesten war die Wirkung bei Patienten mit vorwiegend nicht-organisch bedingten Erektionsstörungen, doch auch bei organischen Ursachen ließ sich eine Verbesserung der Erektionsfähigkeit feststellen. Häufig sind organische und psychische Ursachen nicht exakt voneinander zu trennen, da die meisten organischen Erektionsstörungen auch mit einer psychischen Komponente verbunden sind.
Die Wirkung von Yohimbin setzt nicht sofort ein, sondern erfordert eine Anfangstherapie von mindestens 2-3 Wochen.

Zur Behandlung von Erektionsstörungen stehen neben Yohimbin derzeit eine Reihe anderer chemischer Wirkstoffe zur oralen Anwendung in Tablettenform zur Verfügung.